Fußball: Rückblick auf die Saison 2011/12 in der Landesliga Odenwald / Drei von vier Aufsteigern halten die Klasse nicht / Gommersdorfs sensationelle „zweite Halbzeit“

TSV Höpfingen war das Maß der Dinge

Wie schon so oft in der Fußball-Landesliga Odenwald, war das Meisterschaftsrennen in der Saison 2011/12 schon vorzeitig entschieden. Noch früher standen im Grunde schon die beiden ersten Absteiger fest.

So spannend der Kampf um die beiden Relegationsplätze auch war: Sowohl der VfR Gommersdorf, als auch der FC Eichel nutzten dabei nicht die Chance zum Aufstieg beziehungsweise zum Klassenerhalt.

Die Souveränität des Meisters verdeutlicht auch ein Blick auf die Fairness-Tabelle, die der TSV Höpfingen mit großem Abstand anführt. Die 23 Gelben Karten sind einsame Spitze; die Konkurrenz bewegt sich zwischen SG Auerbach mit 47 und FC Külsheim mit 94 Gelben Karten. Dass der Tabellenerste ohne Gelb-Rot oder Rot auskam, sei nur am Rande vermerkt.

Sehr positiv war auch die Zuschauerresonanz in der Liga, die davon profitierte, dass es witterungsbedingt fast keine Ausfälle gab.

Die Mannschaft des TSV Höpfingen durfte in der Saison 2011/2012 in der Landesliga Odenwald am häufigsten Torerfolge bejubeln. Hier tun dies Julian Dietz (links) und Steve Bundschuh.

TSV Höpfingen

Zielsetzung: Zwischen Platz zwei und sieben

Ergebnis: Landesligameister und Aufsteiger in die Verbandsliga

Ein geordnetes Spiel aus dem System heraus hatte Trainer Elmar Dietz in der Saisonvorbereitung seinen Spielern mit Erfolg verordnet; Zettel mit Laufwegen und Positionen waren die "Hausaufgaben" seiner Spieler. Der Erfolg gab ihm Recht, denn der TSV Höpfingen spielte nach einem eher holprigen Start mit Platz neun am zweiten Spieltag ab dem vierten Punktspiel als Tabellenführer und gab diesen Platz an der Sonne bis zum Schluss nicht mehr ab. Eine mehr als verdiente Meisterschaft des letztjährigen Vizemeisters, der sich spielerisch noch deutlich verbesserte.

VfR Gommersdorf

Zielsetzung: "von Beginn an aus dem Abstiegskampf heraushalten"

Ergebnis: Platz zwei und Vizemeister

Nach der Zitterpartie in der vorletzten Runde wollte Spielertrainer Thorsten Plasch diesmal so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Dies gelang schon in der Vorrunde, auch wenn die Jagsttäler nicht über Platz acht hinauskamen. Doch dann drehte der VfR auf und legte nach dem 1:2 in Lauda eine Serie von zwölf ungeschlagenen Partien hin. Der Höhepunkt war sicherlich der 1:0-Auswärtserfolg beim TSV Höpfingen; es sollte die einzige Heimniederlage der Dietz-Elf bleiben. Eine Rückrundenbilanz mit zwölf Siegen, mit der nur der TSV Höpfingen mithalten konnte.

TSV Unterschüpf

Zielsetzung: Noch bessere Platzierung als im Aufstiegsjahr (Platz acht)

Ergebnis: Platz drei

Eine tolle Saison spielte der TSV Unterschüpf, der mit Spielertrainer Christian Rückert nach der guten Hinrunde mit 31 Zählern so schnell wie möglich die 40-Punkte-Grenze überspringen wollte. Das klappte dann erwartungsgemäß recht schnell, und am Ende standen stolze 57 Punkte zu Buche. Unterschüpf konnte als zweitbestes Team der Liga mit seiner Heimstärke punkten. Die drei hinter dem TSV ins Ziel gekommenen Mannschaften aus Oberwittstadt, Rosenberg und Mosbach reisten ohne Punkte wieder ab.

TSV Oberwittstadt

Zielsetzung: Klassenerhalt

Ergebnis: Platz vier

Nur vier Punkte fehlten zum Relegationsplatz, nachdem die Mannschaft von Trainer Rene Heckmann zielstrebig schon zur Winterpause 30 Punkte "gehamstert" und einen beruhigenden sechsten Platz belegt hatte. Doch es kam noch besser, als nach der Winterpause die Elf nach der 0:2-Niederlage in Gommersdorf acht Mal in Folge ungeschlagen blieb. Im Vorjahr war die Elf noch das zweitbeste Auswärtsteam, doch diesmal zog Oberwittstadt auch daheim nach und belegte sowohl daheim als auch auswärts den fünften Rang.

TSV Rosenberg

Zielsetzung: "einstelliger Tabellenplatz"

Ergebnis: Platz fünf

Ernsthaft war das Saisonziel für den Meister der Saison 2010/2011 in der Kreisliga Buchen nie in Gefahr, denn immer spielte die junge Elf von Thomas Nohe ganz weit vorne mit. Der TSV Rosenberg war ein belebendes Element in der Landesliga und gehörte zu den spielerisch besten Teams. Vor allem auswärts konnte er mit der zweitbesten Bilanz überzeugen. In Lauda-Königshofen wurden sieben Punkte ergattert, denn nur in Gerlachsheim gab der TSV einen Punkt ab.

FV Mosbach

Zielsetzung: vom Abstieg zum Wiederaufstieg

Ergebnis: Platz sechs

Von Anfang an kam der Verbandsliga-Absteiger mit der ihm zugeschriebenen Rolle des Meisterschaftsfavoriten nicht zurecht. Doch in der Hinrunde stabilisierte sich der FV unter Trainer Michael Bender und blieb bis zur Winterpause noch auf dem zweiten Platz. Bender vermisste bei der Mannschaft den nötigen Ehrgeiz, denn auch sein Nachfolger Marijo Barisic nicht zu wecken vermochte. Zum Schluss war die Luft beim FV vollkommen raus; mit dem 0:4 beim späteren Absteiger FC Eichel und dem 2:3 beim Absteiger FC Külsheim sorgten die Mosbacher für ein umrühmliches Ende. Dazwischen verabschiedete man sich noch von seinen Fans beim 0:5 daheim gegen Rosenberg. Zur Spielzeit 2012/13 darf man aber wieder mit einem anderen FV Mosbach rechnen.

FC Daudenzell

Zielsetzung: Rang vier aus dem Vorjahr bestätigen

Ergebnis: Platz sieben

Rang vier im Vorjahr war der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Die "Zeller" schlossen nahtlos an die guten Leistungen an und unterstrichen ihre Ambitionen mit sieben Punkten und 14:4 Toren in den ersten drei Partien. Allerdings rutschten sie bis zur Winterpause nach drei Spieltagen ganz an der Spitze bis auf Rang acht ab und konnten sich dann in der Rückrunde noch um einen Platz verbessern. Daheim klappte es nicht so gut wie in der Fremde, wo sie mit zehn Auswärtssiegen dem TSV Höpfingen mit elf Erfolgen dicht auf den Fersen waren.

SV Königshofen

Zielsetzung: "Im oberen Drittel mitspielen"

Ergebnis: Platz acht

Nur vier Punkte trennten zum Schluss den SV Königshofen von Platz fünf. In der Winterpause lag die Wöppel-Elf noch auf Platz drei und wollte "so lange wie möglich" um den zweiten Tabellenplatz mitspielen. Doch 15 Punkte in 14 Spielen waren dann trotz des 2:1-Heimsieges über den Meister aus Höpfingen zu wenig. Die Messestädter hatten alllerdings mit einer längeren Verletzungsmisere zu kämpfen.

SV Schefflenz

Zielsetzung: sich ab Rang vier einreihen

Ergebnis: Platz neun

Weder die Tabellenspitze, noch die Abstiegsregion waren für die SV Schefflenz ein Thema. Dafür stellten die Schefflenzer mit Spielertrainer Sebastian Schäfer den Torschützenkönig. Am fehlenden Engagement kann es nicht gelegen haben, denn "einsame Spitze" war der SV bei Roten (drei), Gelb-Roten (sechs) und Gelben (86) Karten.

FV Lauda

Zielsetzung: vorne mitmischen

Ergebnis: Platz zehn

Deutlich mehr Potenzial hat die spielstarke Elf des FV Lauda, als sie in der abgelaufenen Runde abrufen konnte. Auch Präsident Gerhard Schmetzer hätte zumindest einen einstelligen Tabellenplatz erwartet. Doch gerade in der Hinrunde waren die Leistungen zu durchwachsen. So erfüllte sich auch nicht die Hoffnung von FV-Trainer Peter Fischer, die von Michael Hackenberg übernommene Elf, die auf Rang elf liegend in die Winterpause gegangen war, um einige Tabellenränge nach vorne bringen zu können. Mit nur acht Niederlagen wäre auch Rang vier drin gewesen, doch bei 13 Unentschieden sind einfach zu viele Punkte liegen geblieben.

VfR Uissigheim

Zielsetzung: Ein einstelliger Tabellenplatz

Ergebnis: Platz elf

Wieder richtig spannend machte es der VfR Uissigheim, der nach der Winterpause auf Platz 13 lag und zeitweise den Abstiegsplätzen immer näher kam. Ging es gegen spielstarke Teams der oberen Region, glänzte der VfR mit guten Ergebnissen, doch dann gab es immer wieder Rückschläge, wenn Teams aus der zweiten Tabellenhälfte die Gegner waren. So holte Uissigheim etwa daheim gegen Nassig, Eichel und Külsheim keinen Punkt, gewann aber dafür daheim gegen Gommersdorf und Mosbach.

VfR Gerlachsheim

Zielsetzung: gesichertes Mittelfeld

Ergebnis: Platz zwölf

Insgesamt sechs Mal war der VfR Gerlachsheim auf den Relegationsplatz abgerutscht, landete aber immer wieder zur richtigen Zeit einen Befreiungsschlag. Der wichtigste war der 2:1-Heimsieg am letzten Spieltag über den SV Eintracht Nassig. Der zwölfte Platz war ein Resultat, das auch schon zur Winterpause zu Buche stand. Im März 2012 hatte die Thiel-Elf die Hoffnung, aufgrund des Endes einer langen Verletzungsmisere nicht wieder eine Zittersaison absolvieren zu müssen. Doch es kam anders, weil immer wieder sicher geglaubte Punkte liegen blieben. Die Siege in Unterschüpf und Oberwittstadt gehörten dagegen zu den Erfolgserlebnissen der besseren Sorte.

SV Nassig

Zielsetzung: Klassenerhalt

Ergebnis: Platz 13

Weil der Ortsnachbar aus Wertheim, der FC Eichel patzte, schaffte der SV Eintracht Nassig trotz der Niederlage im Saisonfinish beim VfR Gerlachsheim den direkten Klassenerhalt. Der war durchaus verdient, aber andererseits bei einem Blick auf den Verlauf der Runde auch erstaunlich. Nur an elf von 34 Spieltagen lag der SV Nassig nicht auf einem Abstiegs- (fünf Mal) oder Relegationsplatz (18 Mal).

FC Eichel

Zielsetzung: Klassenerhalt

Ergebnis: Platz 14 und Abstieg

Der Aufsteiger aus Wertheim war der Pechvogel der Runde, der sich eigentlich prächtig verkaufte und mit einigen Überraschungen auf sich aufmerksam machte. Am 7. Spieltag war Rang elf erobert und die Hoffnung war groß, nicht mehr die Nähe der Abstiegsplätze zu kommen. Ein solcher Abstiegsplatz wurde auch bis zum letzten Spieltag nicht mehr belegt. Doch vier Spieltage vor Schluss und eben nach dem letzten Spiel stand Rang 14 zu Buche, was die Relegation bedeutete. Schöpfte die von Trainer Daron Gülyan auch in der Relegation betreute Elf nach dem 3:1-Erfolg über den TSV Schweigern noch Hoffnung, zog sie im Relegations-Finale gegen den FC Lohrbach dann den kürzeren.

FC Külsheim

Zielsetzung: Klassenerhalt

Ergebnis: Platz 15 und Abstieg

Ab dem 11. Spieltag belegte Külsheim immer den ersten Abstiegsplatz. Doch dies spiegelt nicht die engagierte und nie aufgebende Spielweise des FCK wider. So spielte der FC etwa gegen Gommersdorf zweimal unentschieden und gewann in Uissigheim. Dies blieb allerdings der einzige Auswärtssieg, was zum Klassenerhalt zu wenig ist.

SG Auerbach

Zielsetzung: Klassenerhalt

Ergebnis: Platz 16 und Abstieg

Hatte es die SG in der vorletzten Runde noch geschafft, als Kreisliga-Meister aus dem Raum Mosbach nicht wieder gleich aus der Landesliga absteigen zu müssen, ereilte sie dieses Schicksal dann doch ein Jahr später. Immerhin wurden sechs Spiele gewonnen, darunter in Uissigheim. Am 6. Spieltag rutschte die SG auf einen Abstiegsplatz, den sie auch nicht mehr verlassen konnte.

SV Alemannia Sattelbach

Zielsetzung: Klassenerhalt

Ergebnis: Tabellenletzter und Absteiger in die Kreisliga Mosbach

Auch wenn Sattelbach nur durch den Verzicht des FV Mosbach II als Meister der Kreisliga in den Genuss des Aufstiegs kam: Der Klassenerhalt sollte nicht schon gleich nach einer Runde scheitern, denn zuvor hatte der SVA schließlich vier Jahre in Folge in der Landesliga gespielt. Doch von Anfang an zeigte sich, dass die Mannschaft es sehr schwer haben würde. Seit dem zweiten Spieltag konnte sie das Tabellenende nicht mehr verlassen, ließ aber mit Achtungserfolgen gegen Unterschüpf (3:1), Königshofen (5:3) und Uissigheim (4:1) daheim aufhorchen. Auswärts blieb es bei einem einzigen Zähler beim VfR Gerlachsheim (2:2).

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