„Rotschi“ ist Höpfemer durch und durch
Höpfingen. (adb) „Rotschi“ ist Höpfemer durch und durch – und er ist nicht nur auf dem Mundart-Weg die Stimme des Quetschedorfs: Als Stadionsprecher im Lochbach-Stadion des TSV Frankonia Höpfingen 1911 als „Hauschnome-Führer“ auf den Spuren mancher Kuriosa der Ortschronik, als Redakteur des Sport-Echos als wohl kleinster und liebevollster Stadionzeitung weit und breit seit 1983 und natürlich als wortgewandter, schlagfertiger Kult-Faschenachter ist er ein weithin geschätzter und beliebter Zeitgenosse. Er ist einfach „der Rotschi“ alias Gundolf Nohe, der am Freitag seinen 70. Geburtstag feierte. Zum unvergesslichen Ereignis wurde der Tag durch eine besondere Überraschung: Völlig unangemeldet standen Bürgermeister Christian Hauk und einige Gemeinderäte bei der Feier, um „Rotschi“ die Bürgermedaille der Gemeinde Höpfingen in Silber zu überreichen – eine erlesene Auszeichnung für einen ganz besonderen Menschen.
In seiner Laudatio brachte Bürgermeister Hauk alles auf den Punkt, was „Rotschi“ ausmacht: Er sei eine Person, die sich in mannigfacher Weise und mit unnachahmlichem Engagement für Höpfingen und seine Vereine einsetze. Als „Vereinsmensch durch und durch“ gehöre er zum Ortsgeschehen dazu – ganz gleich, ob beim TSV, im Förderverein „Große Sporthalle“ oder als Faschenachter auf den Spuren von Weckli zum Wecken, Zemetli und Pfannegstörr mit Liedern, die jedes Kind schon mitsingen kann: „Das ist gut gelebtes Brauchtum!“, bekräftigte der Schultes erfreut.
Damit freilich nicht genug: „Rotschi“ mischt nicht nur im Sport und in der fünften Jahreszeit mit, er bringt der Allgemeinheit auch den Höpfemer Dialekt nah – als Stimme des Mundart-Wegs, als gleichsam gewitzter wie kompetenter Organisator der stets amüsanten Höpfemer „Hauschnome-Touren“ etwa im Rahmen der Quetschefeschdle oder Klassentreffen und als Person.
Seine herzliche und humorvolle Art, seine sprichwörtliche Hilfsbereitschaft und auch seine unermüdliche kreative Ader zeichnen „Rotschi“ im Besonderen aus – er ist einer wie keiner, ein echtes Original.
Eng damit verbunden sind unterdessen zahllose Anekdoten, von denen Bürgermeister Christian Hauk eine mitgebracht hatte: Vor vielen Jahren – Höpfingen fieberte gerade seinem ersten Weihnachtsmarkt entgegen – hatte sich „Rotschi“ als Nikolaus verkleidet, um im offenen Cabrio mit Megafon durch Höpfingen zu fahren und natürlich auch in Hardheim seine Runden zu drehen, um die Hordemer zum Besuch des Höpfemer Weihnachtsmarkts zu animieren … einfach unverkennbar!
Das alles fasste Bürgermeister Hauk so treffend wie respektvoll zusammen: „Du bist ein wahrer Tausendsassa und auch die Stimme von Höpfi – tue uns den Gefallen und bleibe einfach, wie du bist!“, wandte er sich im Namen aller an das Geburtstagskind. Mehr noch: „Rotschi bringt Menschen zusammen, hält Traditionen lebendig und packt an, wo er gebraucht wird!“, fuhr er fort. Durch die Reihen ging derweil ein tosender Applaus – mehr Wertschätzung geht kaum, aber für „Rotschi“ ist das Ehrensache.
Sichtlich gerührt und mit den Worten „tausend Dank“ nahm „Rotschi“ seine Bürgermedaille in Silber entgegen – eine Geste, die auch ihm fast die Sprache verschlug, was bei ihm selten vorkommt, und eine verdiente Ehrung. Eine verdiente Ehrung, die ihn und seine Familie, aber auch seine zahlreichen Freunde und Wegbegleiter noch lange an diesen schönen Tag denken lassen wird.